
"Vorbeugen ist besser als heilen!"
In der kindlichen Entwicklung stehen Störungen der Sprache an erster Stelle der Entwicklungsstörungen (vgl Grimm 1999, Lindlbauer-Eisenach 2001, Tyen 2006). Diese wirken sich auf die gesamte Persönlichkeits-, Beziehungs-, Schul- und Lernentwicklung aus.
Eine Praxis im Sinne "beruhigen - abwarten - nichts tun" ist aufgrund des heutigen Forschungsstandes nicht zu verantworten. Prävention als Gegenpol zu "abwarten" bedeutet Erfassung, Beratung, Förderung und Therapie zum richtigen Zeitpunkt.
Ein Grundprinzip beruht hierbei auf der Information und Anleitung anderer Fachleute wie beispielsweise die Erzieherinnen im Kindergarten bzw. Kindertagesstätte, sowie ein Anleitungstraining der Eltern (Heidelberger Elterntraining) und eine Unterstützung der z.B. Kinder- und Allgemeinarztpraxen bei den Vorsorgeuntersuchungen, bezüglich der frühkindlichen Sprachentwicklung.
Heidelberger Elterntraining
Wichtige Meilensteine in der Sprachentwicklung werden in der kinderärztlichen Diagnostik zur U7 festgestellt.
1. Spricht das Kind zu der U7, d.h. mit 2 Jahren, 50 Wörter?
2. Verwendet das Kind 2- Wortkombinationen?
Wenn das Kind auffällig weniger als 50 Wörter spricht und (fast) keine 2-Wortkombinationen verwendet, dann werden Sie oder der untersuchende Arzt aufmerksam !
Um dies zur U7 besser feststellen zu können geben die Kinderärzte oder Allgemeinärzte vor der Untersuchung einen Elternfragebogen zur Sprachentwicklung mit nach Hause. Dieser wird zur U7 wieder ausgefüllt von den Eltern mitgebracht. Andererseits werden Kurzversionen in der Kinderarztpraxis durchgeführt. Der Fragebogen kann z.B. der ELFRA 2, ELAN oder SBE-2-KT sein. So hat der Arzt einen guten Überblick, wieviel das Kind spricht. Allein in der Untersuchung, ohne dem Fragebogen, ist der ausreichende Wortschatz nicht sofort zu ermitteln.
Fragen Sie vor den U7 Untersuchungen ihren Kinderarzt/Allgemeinarzt, ob er einen dieser Elternfragebögen aushändigen kann. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie den ELFRA 2 auch gern von uns bekommen.
Denn es liegt uns sehr am Herzen, dass die Früherkennung, sprich spätestens zur U7, erfolgt und das Ausbleiben wichtiger Meilensteine in der Sprachentwicklung rechtzeitig erkannt wird.
Erkennt der Arzt oder Sie als Eltern eine Einschränkung dieser Sprachentwicklungssschritte / Meilensteine ist eine weitere Überprüfung in unserer Praxis erforderlich. Hat das Kind keine weiteren Entwicklungsstörungen, sondern ist lediglich ein "Late Talker" (später Sprecher), dann kann das Heidelberger Elterntraining bei der Krankenkasse beantragt werden. Hierzu muss der Arzt eine Empfehlung für das Heidelberger Elterntraining schreiben. Diese wird von uns, mit Ihnen, mit einem "Antrag auf Kostenübernahme" und einer zusätzlichen Information über das Konzept bei der zuständigen Krankenkasse eingereicht. Die Entscheidungen der Krankenkassen sind individuell. Sollte die Krankenkasse den Antrag vorerst ablehnen, kann ein Widerspruch eingelegt werden. Letztendlich besteht die Möglichkeit das Heidelberger Elterntraining privat zu finanzieren.
Das Heidelberger Elterntraining erfolgt in 4-7er Gruppen. Es können gern 2 Personen je Kind teilnehmen. 7Termine á 2 Stunden (+ ein Nachschulungstermin nach ca. 6 Monaten) werden eher abends stattfinden, da viele Teilnehmer berufstätig sind. Für jedes Kind ist eine Videokamera für eine kurze Aufnahme zu Hause erforderlich. Ist keine Kamera vorhanden, werden wir gemeinsam eine andere Lösung finden. Für Fragen zu dem weiteren Ablauf stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
Ziel des Heidelberger Elterntrainings ist es, dass die sogenannten "Late Talker" keine weitere logopädische Therapie benötigen. Die Eltern lernen gemeinsam mit dem Kind das sprachfördernde Buchanschauen. Wie umfangreich das strukturierte Erlernen der Sprachlehrstrategien ist, erfahren Sie bei uns. Sie können sich mit Eltern, die die gleichen "Sorgen" haben, austauschen und gemeinsam über Erfahrungen berichten.
Es ist durch Studien bewiesen, dass die spätsprechenden Kinder, die keine weiteren Entwicklungsstörungen aufweisen, mit dem Heidelberger Elterntraining, zu 75% den Sprachenwicklungsstand aufholen !
Weiteres zum Heidelberger Elterntraining

Fortbildungen für Erzieherinnen nach dem "Sprachreich-Konzept" (vom Deutschen Bundesverband für Logopädie / dbl)
Gern erstellen wir für Ihre individuelle Situation in Ihrer Kinderkrippe, Kindergarten oder -tagesstätte, mit Ihnen, ein konzeptionelles Angebot nach dem Sprachreich-Konzept
Sprachreich - Logopädisch orientierte Sprachförderung im Alltag

Die meisten Kinder erwerben die deutsche Sprache ohne große Mühe. Doch ein Viertel bis ein Drittel eines Jahrgangs tut sich damit schwer. 8-12 Prozent dieser Kinder leiden unter Sprachentwicklungs-störungen und brauchen eine gezielte logopädische Therapie. Die anderen 10 bis 20 Prozent sind frei von manifesten Störungen. Bei ihnen liegt das Problem vor allem darin, dass der Umfang und/oder die Qualität des Sprachangebotes nicht ausreichend ist. Sie können ihre Sprachentwicklung durchaus meistern, wenn sie in der Alltagskommunikation dabei besser unterstützt werden. Für alle diese Kinder wurde "Sprachreich" geschaffen.
Studien haben gezeigt, dass die Sprache der Kinder sich insbesondere dann gut entwickelt, wenn sie sich in einer "sprachreichen" Umgebung bewegen. Hier setzt "Sprachreich" an. "Sprachreich" ist ein logopädisch fundiertes Konzept zur Sprachförderung im Alltag. Damit ist es überall und jederzeit einsetzbar, insbesondere in Kindertagesstätten. Es profitieren alle Kinder von 0 bis 6 Jahren: deutsch muttersprachliche Kinder ebenso wie Kinder, für die Deutsch die zweite oder dritte Sprache ist.
Um ein "Sprachreich" zu schaffen brauchen Sie keine besonderen Räumlichkeiten. Sie müssen nicht bestimmte Zeiten pro Tag oder Woche dafür reservieren oder spezielle Methoden erlernen, auch spezifische Materialien
Inhalte der "Sprachreich"-Fortbildung
Die "Sprachreich"-Erzieherinnen- fortbildung vermittelt Kenntnisse in folgenden Bereichen:
Ziele
Die alltägliche und damit dauerhafte optimale Förderung der Sprachentwicklung aller Kinder Ihrer Einrichtung ist das zentrale Ziel von "Sprachreich". Dabei sind im "Sprachreich"-Konzept die Erzieherinnen der Schlüssel zum Erfolg. Deshalb zielt "Sprachreich" darauf ab, die Kompetenzen der Erzieherinnen zu stärken in Hinblick auf:

(Quelle: dbl - Deutscher Bundesverband für Logopädie)